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Die Raumsonde Rosetta - am Ziel angekommen und sanft gelandet

Raumsonde Rosetta und Komet Tschuri

(2014) Es war der Beginn einer Reise in unbekannte Welten, sprichwörtlich gesagt nach der Devise des Raumschiffs Enterprise stößt die Raumsonde "Rosetta" in neue Galaxien vor. Hierbei das eigentliche Ziel einer langen Reise vor Augen, den Kometen 67P/Tschurjumov-Gerasimenko bezeichnen Experten die Raumsonde ehrfurchtvoll als Kometenjäger. Zehn lange Jahre sollte die gesamte Reise dauern, eine halbe Ewigkeit, welche gleichzeitig einer Reise in die Ungewissheit gleichkam. Doch wie besagt ein schönes Sprichwort doch gleich, alle Wege führen nach Rom oder jede Reise hat einmal ein Ende. So auch hatte die unendlich lange, zehn Jahre, fünf Monate und vier Tage sowie 6,4 Milliarden Kilometer andauernde Reise durch die unendlichen Weiten des Weltalls ein glückliches Ende gefunden. Doch das Schwierigste steht noch bevor, die eigentliche Landung auf dem Kometen 67P/Tschurjumov-Gerasimenko. Am 6. August 2013 hatte die Raumsonde Rosetta pünktlich um 11.30 Uhr unserer Zeitrechnung den Kometen "Tschuri" und schaltete daraufhin den eigenen Antrieb komplett ab. Im Satelliten-Kontrollzentrum Esoc in Darmstadt konnte ESA-Flugdirektor Andrea Accomazzo unter dem Beifall der rund 120 geladenen Gäste, sowie 200 Medienvertretern verkündet, dass Rosetta erfolgreich in die Umlaufbahn des Kometen Tschuri eingeschwenkt sei.

Der Countdown läuft, denn nur noch ganze 100 Kilometer liegen noch zwischen der Raumsonde Rosetta und dem Kometen Tschuri (so wurde der Komet aufgrund seines enorm langen Namens genannt). In den kommenden sechs Wochen beginnt die eigentliche heiße Phase dieser Mission, denn Stück für Stück verringert sich der Abstand zusehends. Zwei Dreiecksbahnen in einer Entfernung von 100 und 50 Kilometern muss die Raumsonde Rosetta hierbei absolvieren. Während dieser Umrundungen wird die Raumsonde eine ausgiebige Erkundung der gesamten Oberfläche des Kometen Tschuri durchführen und diese entsprechend kartieren. Einer der Hauptgründe für dieses Kartieren ist darin zu sehen, dass hierdurch die Möglichkeit gegeben wird, nach einem geeigneten Landeplatz für die Landeeinheit Philae Ausschau zu halten. Wenn alles weiterhin nach Plan verläuft, könnte es am 11. November 2014 endlich so weit sein, die erfolgreiche Landung auf Tschuri verkünden zu dürfen. Dieses wäre nicht nur eine wichtige Voraussetzung um den eigentlichen Kern des Kometen genauer untersuchen zu können, sondern gleichzeitig eine Premiere in der gesamten Geschichte der Raumfahrt.
Damit das Minilabor trotz der äußerst geringfügigen Anziehungskraft nicht nur sicher aufsetzen kann, sondern gleichzeitig fest verankert wird sollen zu diesem Zweck spezielle Harpunen zum Einsatz kommen. Ist sowohl die sichere Landung wie auch anschließende Verankerung des Minilabors Philae auf dem Kometen Tschuri erfolgreich abgeschlossen, geht die Reise von nun an gemeinsam weiter. Das auf der Oberfläche des Kometen Tschuri verankerte Minilabor Philae begleitet diesen von diesem Augenblick an auf dessen lange Reise durch das innere Sonnensystem. Im August des Jahres 2015 könnten dann beide gemeinsam den sonnennächsten Punkt erreicht haben. Gleichzeitig ist das Minilabor Philae während dieser gemeinsamen Reise auf der Oberfläche des Kometen enormen Belastungen ausgesetzt, denn Wissenschaftler haben laut Messungen des Rosetta Instruments VIRTIS Durchschnittstemperaturen von minus 70 Grad Celsius ermittelt (Rosetta bezieht ihren Strom übrigens aus Solarzellen). Eine Mischung aus Eis und staubigem dunklen Material bedeckt die gesamte Oberfläche des Kometen Tschuri. Diese Aussage stammt von der anerkannten Planetenforscherin Gabriele Arnold vom deutschen Zentrum für Luft- und Raumfahrt DLR.
Die ersten Fotos, welche vom Minilabor Philae aus gesendet, dass Raumforschungszentrum (ESA-Kontrollzentrum in Darmstadt) erreichten, zeigen äußerst auffällige Eigenarten des eigentlichen Kometenkerns. Nicht wie bei herkömmlichen vergleichbaren Kometen in etwa der Form einer Kartoffel ähnelnd, sondern zweigeteilt, was unweigerlich die Frage aufwirft, ob der Komet Tschuri eventuell sogar aus zwei Kernen bestehen könnte? Unaufhaltsam nähert sich Tschuri der Sonne, was dazu führt, dass die Strahlung des Koma immer heller wird. Am 6. August betrug die berechnete Entfernung zur Sonne noch stolze 405 Millionen Kilometer, was in den unendlichen Weiten des Weltalls einem Katzensprung gleichkommt. Anfang Mai 2014 erstreckten sich die reflektierten Partikel bereits bis zu 1.300 Kilometer weit ins All. Dank einer erfolgreichen Landung wird die Wissenschaft neue Erkenntnisse gewinnen können, welche einen umfangreichen Blick in die Kinderstube unseres Sonnensystems ermöglicht. Es bleibt also spannend, doch die hieraus gewonnenen Erkenntnisse werden entscheidenden Einfluss auf weitere Missionen dieser Art haben.